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(Freestyle24-Redaktion) |
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Frauen der BG 74 Göttingen auf Anhieb auf Platz sieben in der Basketball-Bundesliga
Aufsteiger haben es meistens schwer. Zumal, wenn der Sprung in die höchste Spielklasse gelingt. Häufig gibt es Anpassungsprobleme an die neue Liga. Bei den Basketballerinnen der BG 74 Göttingen kann man davon indessen nicht unbedingt sprechen. Der Bundesliga-Neuling hat soeben eine Premieren-Spielzeit hinter sich gebracht, die aller Ehren wert ist. "Ein Riesenerfolg", meint Trainer Mahmut Ataman (34), der bei den "Veilchen " viel mehr ist als nur Coach. "Es war aber auch eine anstrengende Saison", gibt er zu. Vor allem für ihn. Ataman wohnt in Hannover, pendelte in der achtmonatigen Saison rund 200 Mal zwischen Landeshaupt- und
Universitätsstadt; das macht gut und gerne 50000 Kilometer ? ohne die Touren zu den Auswärtsspielen wie zum Beispiel nach München, Wasserburg, Freiburg oder Saarlouis. Ataman fing vor drei Jahren bei den BG-Frauen an. "Da hatte ich mal gerade fünf Spielerinnen", blickt er auf bescheidene Anfänge zurück. In der vorletzten Saison lief es bereits weitaus besser. Die Göttingerinnen stiegen nach 22 ungeschlagenen Spielen in die 1. Liga auf und belegten auf Anhieb Platz sieben, der zur Teilnahme an den Play-offs berechtigte. Im Viertelfinale hatten sie dann jedoch gegen das top besetzte Team des TSV Wasserburg so gut wie keine Chance und schieden aus. Wolfenbüttel als zweite Kraft "Die Enttäuschungen habe ich aber verdrängt", sagt Mahmut Ataman selbstbewusst. So überwiegen denn die positiven Eindrücke der Premieren-Saison. Zum Beispiel das packendste Heimspiel gegen Saarlouis, das die BG 74 nach zweimaliger Verlängerung noch gewann. Weniger erfreulich war das Pokal-Aus gegen den BC Wolfenbüttel, der im Frauen-Basketball in Niedersachsen die zweite Kraft darstellt und gerade in den Play-offs um die Rückkehr in die Bundesliga kämpft. "Wolfenbüttel hätte den Aufstieg verdient", hofft Ataman für die kommende Spielzeit in einem eventuellen Niedersachsen-Derby auf eine kurze Auswärtsfahrt. Natürlich macht sich die erfolgreiche Saison der BG-Korbjägerinnen an Namen fest. Als Entdeckung der Saison gilt Elisa Ruhl. Der Neuzugang aus Grünberg
(Hessen) war eigentlich nur als zweite Spielmacherin gedacht, avancierte dann aber mit Bravour zur Nummer eins. "Ohne sie hätten wir die Play-offs nicht geschafft", lobt der BG-Trainer. Die Aufsteigerin des Jahres war Annika Danckert, die jetzt auf dem Sprung zur Nationalmannschaft steht. Bundestrainer Olaf Stolz äußerte sich mehrfach anerkennend über die punktbeste BGerin (373 Zähler, 16,2 pro Spiel). Durch ihre Landsfrau Jackie Higgins (368 Zähler, 16,7 Punkte im
Schnitt) entlastet wurde die vorherige "Alleinunterhalterin" Missy West, die sich zum Saisonschluss schwer am Knie verletzte. Higgins' Bilanz ist jedoch zwiespältig: Zweifellos brachte sie die BG nach vorn, doch sie sorgte auch für einigen Eskapaden. Ob sie bleibt, erscheint fraglich. Zuschauer-Krösus Zur "fünften Kraft" wurde Steffi Beck, nachdem sie nach einem Jahr Verletzungspause wieder zur Verfügung stand. Wie Missy West, Vera Seefeld und Agatha Klimek spielte sie früher in Wolfenbüttel. Hinter dem Top-Quintett spielte das restliche Team nur die zweite Geige, war aber gleichwohl ebenso wichtig. Erfreulich zudem, dass der Erstliga-Neuling auf Anhieb die "Zuschauerwertung" für sich entschied. Mit 800 Fans pro Spiel schob sich die BG sofort auf Rang eins, was auch die Liga-Leitung der Damen-Basketball-Bindesliga (DBBL) würdigte. Der enge Finanzrahmen wird aber für die zweite Bundesliga-Saison Grenzen stecken. Mit 100000 Euro liegt die BG 74 im unteren Drittel der zwölf Erstligisten. "Der Etat soll zwar leicht erhöht werden, aber damit oben anzugreifen, ist nicht zu realisieren", prognostiziert der umtriebige Ataman. "Wir brauchen substanziell noch mehr Sponsoren, um den schlafenden Riesen BG zu wecken." Wenn seine Mannschaft wieder die Play-offs erreichen würden, sei dies schon wieder ein großer Erfolg. Eines haben Ataman und sein Team aber längst erreicht. Seit den glorreichen Zeiten Ende der 60er Jahre, als die Frauen von Göttingen 05 fünf Mal Deutscher Meister wurden, und Anfang der 80er, als die Männer des ASC 46 Göttingen drei Mal den Titel holten, hat Basketball den eh darnieder liegenden südniedersächsischen Fußball ausgestochen.
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Autor: maat
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Artikel
vom 11.04.2004, 14:40 Uhr
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